TL;DR für Patienten: Schmerzen an der Außenseite der Hüfte deuten oft auf eine gluteale Tendinopathie hin. Diese Reizung der Gesäßsehnen lässt sich meist sehr gut konservativ durch gezieltes Training und eine sinnvolle Belastungssteuerung behandeln, anstatt nur auf Schonung zu setzen.
Was sind die Ursachen für Schmerzen an der Außenseite der Hüfte?
Viele Menschen kennen dieses Gefühl: Schmerzen an der Außenseite der Hüfte, besonders beim Gehen, Treppensteigen oder wenn man auf der betroffenen Seite liegt. Häufig steckt dahinter eine sogenannte gluteale Tendinopathie – eine Reizung bzw. Überlastung der Sehnen der Hüftmuskulatur.
Diese Sehnen gehören zu wichtigen Muskeln unseres Gesäßes, vor allem dem Gluteus medius und Gluteus minimus. Sie stabilisieren das Becken beim Gehen und sorgen dafür, dass wir sicher auf einem Bein stehen können. Werden diese Strukturen zu stark belastet oder arbeiten sie nicht optimal zusammen, können Schmerzen entstehen.
Typische Beschwerden bei einer glutealen Tendinopathie
Menschen mit einer glutealen Tendinopathie berichten in der Physiotherapie häufig über ein spezifisches Beschwerdebild:
- Schmerzen an der Außenseite der Hüfte
- Beschwerden beim Gehen oder Treppensteigen
- Schmerzen beim Aufstehen nach längerem Sitzen
- Schwierigkeiten, auf der betroffenen Seite zu liegen
- Druckschmerz über dem Knochenvorsprung der Hüfte
Manchmal strahlen die Schmerzen auch etwas in den seitlichen Oberschenkel aus.
Warum entstehen diese Schmerzen an der Hüfte?
Die Ursache ist meist nicht ein einzelner Auslöser, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Häufig spielen folgende Punkte eine Rolle:
- Überlastung der Hüfte, z. B. durch viel Gehen, Laufen oder lange stehende Tätigkeiten.
- Schwäche der seitlichen Hüftmuskulatur.
- Ungünstige Bein- oder Beckenstellung.
- Bewegungsmuster, bei denen die Hüfte ständig nach innen kippt.
Dadurch entsteht mehr Druck auf die Sehne an der Außenseite der Hüfte. Mit der Zeit kann das zu kleinen strukturellen Veränderungen und Schmerzen führen.
Was hilft wirklich bei Hüftschmerzen?
Die gute Nachricht: In vielen Fällen lässt sich dieses Problem sehr gut konservativ behandeln. Besonders wirksam sind folgende drei Säulen der Therapie:
1. Aufklärung und Verständnis
Wenn Patient*innen verstehen, welche Bewegungen ihre Beschwerden verstärken, können sie ihren Alltag besser anpassen. Zum Beispiel kann es helfen, vorübergehend das Übereinanderschlagen der Beine oder starkes Abkippen der Hüfte zu vermeiden.
2. Gezieltes Training
Der wichtigste Bestandteil der Therapie ist meist ein gezieltes Krafttraining der Hüftmuskulatur. Dadurch wird das Becken beim Gehen besser stabilisiert und die Sehne entlastet.
3. Belastung sinnvoll steuern
Komplettes Schonverhalten ist selten sinnvoll. Stattdessen geht es darum, die Belastung schrittweise und kontrolliert aufzubauen. Studien zeigen, dass Kombinationen aus Aufklärung und gezieltem Training langfristig bessere Ergebnisse erzielen als rein passive Maßnahmen oder Injektionen.
Wie sind die Heilungschancen?
Die meisten Menschen haben sehr gute Chancen auf eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden. Wichtig ist allerdings Geduld, regelmäßiges Training und eine individuell angepasste Therapie. Mit der richtigen Behandlung können viele Betroffene wieder schmerzfrei gehen, Sport treiben und im Alltag aktiv sein.
Unser Tipp: Wenn Schmerzen an der Außenseite der Hüfte länger bestehen oder immer wieder auftreten, lohnt sich eine physiotherapeutische Abklärung. Oft lassen sich die Ursachen im Bewegungsmuster oder in der Muskelaktivität finden – und gezielt behandeln.